Böse Überraschungen mit Debian Wheezy

Nachdem ich ja bereits seit Wochen dabei bin Lobeshymnen auf Debian Wheezy zu singen komme ich heute einmal zu einer etwas anderen Geschichte. Alles begann mit dem Vorsatz vor dem 1. Juni auch noch die den letzten Debian 6 Systemen in meinem kleinen Netz ein Upgrade auf Wheezy zu spendieren. Eigentlich sollte das ein machbares Unterfangen sein, doch eines der Systeme stellte sich heute als besonders bockig heraus.

Eigentlich nichts besonderes, ein kleiner Fileserver mit Samba, Proftpd und ein paar kleineren Wartungs und Überwachungstools also nichts bei dem man eigentlich mit Problemen rechnen müsste. Das Upgrade an sich war auch nicht das große Problem und lief bis auf eine Kleinigkeit durch.

warning: your core.img is unusually large.  It won't fit in the embedding area.
error: embedding is not possible, but this is required for RAID and LVM install.

Bei diesem speziellen System liegt das komplette Dateisystem auf einem LVM das wiederum auf einem Raid1 liegt. Warum das so ist, gute frage. Anscheinend mag Wheezy jetzt allerdings genau diese Kombination so gar nicht. Der Bug ist jetzt auch nicht wirklich neu und wird hier genau geschildert: http://bugs.debian.org/cgi-bin/bugreport.cgi?bug=699754

Was tut man da jetzt also als armer kleiner Admin wenn man wie in diesem Fall vor einem komplett zerschossenen Bootloader steht. Richtig, man testet einfach mal den anderen.

Lilo war innerhalb kürzester zeit installiert aber auch hiermit sollte ich nicht glücklich werden. Lilo verabschiedete sich beim versuch es in den MBR zu schreiben mit der folgenden Fehlermeldung.

Fatal: Incompatible Raid version information on /dev/md122   (RV=0.90 GAI=1.2)

Auch dieser Bug ist bereits bekannt und wird an diversen stellen im Internet ausführlich diskutiert. Bringt mich jetzt allerdings auch nicht sooo viel weiter. Natürlich könnte ich jetzt auch versuchen mit mdadm an der Raidversion zu spielen, in diesem speziellen Fall sind mir die Daten dann allerdings doch zu wichtig für solche Experimente. Jetzt ist guter Rat teuer. Nach ein wenig herumprobieren versuchte ich es mit einer Deinstallation von grub und einer Neuinstallation der grub Version von Debian Squeezee. Siehe da, der MBR wurde ohne Probleme geschrieben. Zeit für einen Reboot, entweder kommt Debian 7 jetzt ohne Probleme hoch oder ich stehe wirklich vor einem extrem ernsten Problem. Was soll ich sagen, es kam hoch. Update erfolgreich, Brecht gestresst.

Was kann man jetzt aus dieser Situation lernen?

  • Ich hätte eventuell vorher nochmal einen Blick in die Release Notes werfen sollen.
  • Selbst wenn ein Upgrade auf fast allen Systemen gut geht ist doch immer eins dabei das Zicken macht.
  • aptitude ist und bleibt einfach der beste Packetmanager der Welt

Hätte ich vorher gewusst was mir genau bei diesem System bevorsteht, hätte ich wohl die Finger von diesem Upgrade gelassen. Doch wie heißt es so schön, aus Schaden wird man Klug.

 

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About Brechthold

Brechthold gehört zu dem Gründungsteam von Contempt-it . Nach ein paar Jahren der Abstinenz jetzt wieder zurück im Adminteam um ein wenig Ordnung zu schaffen. Zu seinen Lieblingsthemen gehören Honeypots, IDS-Systeme und Servermonitoring. Neben seiner Arbeit im Adminteam werkelt er noch an seinem Brechtblog

2 Responses to Böse Überraschungen mit Debian Wheezy

  1. tim2k says:

    Hi,

    ich stehe aktuell vor genau dem selben Problem… Wie genau hast du das hinbekommen? Stehe hier leider ratlos vor dem putty Fenster 🙁

    • Brechthold says:

      Moin,

      eigentlich stand bereits oben im Beitrag wie ich damals das Problem wieder in den Griff bekommen habe. Die alte Grub Version aus Debian Squeeze hat damals das Problem gelöst. Bei aktuellen Debianinstallationen ist mir das Problem allerdings nicht mehr aufgefallen. Ich gehe also einmal davon aus das da bei dir ein anderes Problem die Ursache ist.

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