Dialog-Leak: Kein Geheimbund, ein Zielverzeichnis

Dunkle Konferenzszene mit anonymen Silhouetten, Laptop und leuchtendem sozialem Graphen als Symbol für ein geleaktes Macht-Netzwerk.

Wenn bei Peter Thiel, Palantir und einem privaten Netzwerk namens „Dialog“ von einem Leak die Rede ist, liegt die billige Version der Geschichte sehr nah: geheime Weltregierung, Kulttreffen, Milliardäre im Hinterzimmer. Das klickt gut. Es erklärt nur wenig.

Dialog wirkt nach den bisher öffentlich sichtbaren Berichten nicht wie ein Ort, an dem eine gemeinsame Weltagenda beschlossen wird. Es wirkt eher wie exklusives Macht-Networking: Menschen mit Einfluss treffen andere Menschen mit Einfluss, vergleichen Lagebilder, testen Ideen, bauen Vertrauen auf und pflegen Kontakte. Das ist nicht demokratische Öffentlichkeit. Aber es ist auch nicht automatisch eine Weltregierung mit Namensschilddrucker.

Der eigentliche Punkt ist ein anderer: Ausgerechnet ein solches Netzwerk wurde offenbar selbst zu einem schlecht geschützten Datensatz. Namen, Rollen, private Kontaktwege, Profile, geplante Treffen, soziale Bezüge. Kein Geheimbundprotokoll. Ein Zielverzeichnis.

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